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Grüne Flussjungfer - Ophiogomphus cecilia

Wer ist die Grüne Flussjungfer?

Die Grüne Flussjungfer (früher auch Grüne Keiljungfer) ist eine auffällig und prächtig gefärbte Großlibelle. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Osteuropa und reicht im Westen bis nach Deutschland, wo sie v. a. an der Spree, Oder, Elbe, Lüneburger Heide oder auch in Bayern relativ häufig vorkommt. 

Wo lebt die Grüne Flussjungfer?  

Charakteristische Lebensräume der Grünen Flussjungfer sind Bäche mit sandig-kiesigem Grund und geringer Wassertiefe mit mäßiger Fließgeschwindigkeit, wobei sie auch in Strömen von mehr als 100 m Breite vorkommen kann. Sie besiedelt fast ausschließlich Fließgewässer. Wichtig ist zudem stellenweise Beschattung, z. B. durch Uferbäume. Wie viele ihrer Artgenossen, ist sie auf geringe Wasserverschmutzung (Gewässergüteklasse II) angewiesen.

Was macht die Grüne Flussjungfer besonders?

  • Ihre Larvalentwicklung dauert je nach Temperatur und Nahrungsangebot im Gewässer zwischen zwei und vier Jahre.
  • Die Männchen halten sich zur Paarungszeit in breiteren Flüssen häufig in der Flussmitte fliegend über dem Wasser auf. In schmäleren Gewässern nutzen sie Pflanzen am Ufer als Sitzwarten. Die Eiablage durch die Weibchen findet meist in Gewässermitte durch direkte Abgabe von Eiballen ins Wasser statt.

Leben in der Aue

Die Grüne Flussjungfer hat hohe Lebensraumansprüche. Für die Entwicklung der Laven sind in der Aue vor allem strömungsarme Gewässerbereiche, wie feinkiesige, pflanzenfreie Bereiche hinter festgesetzten Wurzeltellern angeschwemmter Baumstämme im Fluss, wichtig. Besonders hohe Larvendichten finden sich in Zonen mit hoher Vielfalt an Bodentypen und Korngrößen auf engem Raum. Solche Lebensräume entstehen vor allem an Flüssen, die durch die Kraft des Wassers den Boden noch umlagern können und diese Dynamik noch nicht durch Ufer- oder Sohlverbau unterbunden wird. Um das Überleben der Grünen Flussjungfer zu sichern, sind daher deutlich mehr Gewässerrenaturierungen erforderlich.

Die Beschattung am Ufer sollte für die Adulten nicht höher als 50 – 60 % sein. Vor allem die Männchen halten sich gerne in Ufernähe an besonnten Sitzwarten auf. Zur Jagd benötigen sie insektenreiche Lebensrume und entfernen sich dabei bis zu 10 km von den Fortpflanzungsgewässern. Das können z. B. Waldränder, Lichtungen oder Brachen sein.

Wie erkenne ich eine Grüne Flussjungfer?

Schlupfzeit: Mitte Mai bis August
Flugzeit: Ende Mai bis Mitte Oktober
Größe: bis ca. 5,5 cm
Färbung: Adulte (Imagenes) mit prächtig grün gefärbter Brust, grünen Augen und schwarz-gelb geflecktem Hinterleib; die zwei hintersten Segmente sind beim Männchen keilförmig abgeflacht („Keiljungfer“)

Schutzstatus:
FFH-Anhang II, IV
Rote Liste Bayern: Seit 2018 auf der V (Vorwarnliste) (zuvor Kategorie 2 – stark gefährdet)

Weitere Infos:
Ophiogomphus cecilia | BFN
Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia): Steckbrief

Quellen:
Libellen in Bayern / hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und Bund Naturschutz in Bayern e.V., Ulmer, 1998
Ophiogomphus cecilia | BFN
Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia): Steckbrief