Die Rotbuche - Fagus sylvatica



Wer ist die Rotbuche?
Die Rotbuche ist eine der 10 Arten der Gattung Fagus, die es weltweit gibt. Sie ist eine Schattbaumart und bildet eine sehr dichte Krone, unter der i. d. R. keine anderen Baumarten, insbesondere keine Pioniergehölze, wachsen können. Wenn sie optimale Bedingungen für ihr Wachstum findet, ist sie den übrigen heimischen Baumarten überlegen und sehr konkurrenzstark. In der Waldsukzession gehört sie zu den Arten, die bei uns das Schlussstadium bilden. Im Auwald ist die Rotbuche eher ein Fremdkörper.
Wo wächst die Rotbuche?
Die Rotbuche ist in Europa allgemein verbreitet, sowohl im Tiefland als auch in den Alpen bis ca. 1600 m. Sie bevorzugt lockeren, feuchten bis frischen, warmen Boden in kühl-humider Lage mit Niederschlägen über 500 mm/Jahr. Sie gedeiht sowohl auf kalkreichen als auch auf kalkarmen sandig-steinigen Lehmböden, ist insgesamt jedoch eher anspruchslos. Extreme Verhältnisse (Staunässe oder sehr trockene Sommer) verträgt sie jedoch nicht. Da sich die Hauptmasse der aktiven Wurzeln in den obersten Bodenschichten befindet, ist sie empfindlich gegenüber Überfahren oder anderen Eingriffen in der Nähe ihres Stammes.
Was macht die Rotbuche besonders?
- Die Rotbuche wird 250 - 300 Jahre alt, selten bis 500 Jahre.
- Sie ist bei optimalen Bedingungen aufgrund ihrer Konkurrenzstärke (einzelne Kronen können bis 600m² beschatten) allen anderen heimischen Baumarten überlegen. Ohne menschlichen Einfluss würde sie den Großteil Mitteleuropas überdecken!
- Sie besitzt eine hohe genetische Variation und kann sich gut an sich ändernde Bedingungen anpassen.
- Sie bildet jedes Jahr Bucheckern aus, die Menge schwankt hierbei jedoch von Jahr zu Jahr extrem. Jahre mit vielen Früchten ("Bucheckernmast") nennt man “Mastjahre”.
- „Mutterbäume“: Über unterirdische Pilznetzwerke (Mykorrhiza) sind Buchen in der Lage, Nährstoffe und Informationen auszutauschen, wodurch Altbäume junge Nachkömmlinge im Schatten unterstützen können.
Wie erkenne ich eine Rotbuche?
Größe: bis zu 30 m hoch; Im Freistand können alte Rotbuchen eine ebenso breite Krone ausbilden!
Blütezeit: Mai, gleichzeitig mit dem Blattaustrieb.
Blüten: Die Rotbuche ist einhäusig, mit männlichen Blüten an kugeligen Büscheln und weiblichen Blütenständen mit zwei Blüten. Erst mit 15 – 20 Jahren erscheinen die ersten Blüten.
Früchte: immer mit zwei einsamigen Nüssen, die Bucheckern genannt werden; diese enthalten Oxalsäure und sind schwach giftig
Blätter: sommergrün, wechselständig, breit elliptisch bis oval geformt bzw. eiförmig; 5 – 10 cm lang und am Rand leicht wellig; junge Blätter sind seidig behaart, später oben dunkelgrün und glänzend, unten glatt; mit leuchtend gelber bis rotbrauner Herbstfärbung
Stamm: junge Zweige graubraun, im Alter mit glatter, silbergrauer Rinde
Alter: kann bis zu 400 Jahre alt werden
Schutzstatus:
Rote Liste Deutschland: ungefährdet
Rote Liste Bayern: ungefährdet
Quellen:
Die Rotbuche – Mutter des Waldes - waldwissen.net
Warda, Hans Dieter: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Erweiterte Auflage - Bruns Pflanzenexport GmbH 2001.





