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Die Grau-Erle - Alnus incana

Wer ist die Grau-Erle?

Die Grau-Erle ist eine Pionierbaumart und gehört zu den Birkengewächsen. Ihr Holz zeigt undeutliche Jahrringgrenzen und färbt sich nach dem Fällen an den Schnittflächen orangerote, später braunrot. Sie ist sehr frosttolerant und verträgt Temperaturen von bis zu -36 °C. Früher wurden die Blätter und Rinde der Grau-Erle zum gerben verwendet und auch heute wird sie noch in der Naturheilkunde genutzt. Die kleinen verholzten Scheinzapfen sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Zeisig und Stieglitz. Das Laub bekommt keine Herbstfärbung, sondern fällt grün herab.

Wo wächst die Grau-Erle?

In Mitteleuropa ist die Grau-Erle fast überall verbreitet. Bei uns wächst sie hauptsächlich in Süddeutschland. Besonders in höheren Lagen, wie in den Alpen, ist sie bis auf 1600 m Höhe heimisch. Sie bevorzugt feucht-tonige und kalkige Schotter- und Sandböden und ist z. B. an feuchten Hängen, im Überschwemmungsbereich von Gebirgsbächen und in Auwäldern zu finden. Im Gegensatz zur Schwarz-Erle meidet sie jedoch Nässe, insbesondere Staunässe verträgt sie nicht sehr gut.

Was macht die Grau-Erle besonders?

  • Gutes Ausschlags-Vermögen, große Frosttoleranz (bis -36°C) und hohe Wind-Resistenz
  • Sie ist tolerant gegenüber Dürre und übersteht kurzzeitige Überschwemmungen
  • Sie bildet ein tief-wurzelndes Herzwurzelsystem aus und bildet Symbiosen mit Knöllchenbakterien (Actinomyceten). Dadurch und durch ihr stickstoffreiches und sich schnell zersetzendes Laub trägt sie zur Bodenverbesserung bei.
  • Als Aufforstung eignet sie sich auch zur Sicherung von Hängen, Ufern oder Böschungen als Erosionsschutz.

Wie erkenne ich eine Grau-Erle?

Größe: 6 – ca. 15 Meter hoch, wächst eher strauchartig oder als mehrstämmiger Baum mit pyramidaler Krone
Blütezeit: Februar bis April (wichtige Bienenweide!)
Blüten: Die Grau-Erle ist eingeschlechtlich und einhäusig; die männlichen Kätzchen werden 7 – 10 cm lang und sind endständig, die weiblichen Kätzchen sind dagegen nur 3 – 5 mm lang und erscheinen in den Blattachseln. Die Bestäubung findet über Fremd- oder Windbestäubung statt.
Früchte: Die Grau-Erle bildet zapfenartige Fruchtstände mit schmal geflügelten Nüsschen, die im September/Oktober reif werden. Im Winter fallen diese dann aus den Scheinzapfen und werden über Wind oder Wasser verbreitet (Anemochorie, Hydrochorie).
Blätter: 4 – 10 cm lang, doppelt gesägt und spitz zulaufend; der Blattgrund ist elliptisch und symmetrisch; die Blätter sind auf der Unterseite graugrün und behaart; im Herbst Laufabwurf bei noch grünen Blättern.
Stamm: Rinde silbergrau und glatt, bildet auch im Alter kaum Borke
Alter: Die Grau-Erle ist mit ihren ca. 50 Jahren Lebenserwartung ein kurzlebiger Baum.

Schutzstatus:

Rote Liste Deutschland: ungefährdet
Rote Liste Bayern: ungefährdet

Quellen:
Alnus incana (L.) Moench – Grau-Erle - Forstwissenschaft & Ressourcenmanagement - BayernCollab
Warda, Hans Dieter: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Erweiterte Auflage - Bruns Pflanzenexport GmbH 2001.