
Die Zauneidechse (Lacerta agilis)
Wer ist die Zauneidechse?
Die Zauneidechse ist mit ihrer braun-grün schimmernden Erscheinung eine echte Schönheit. Die Farben ihrer Schuppen können je nach Individuum stark variieren. Sie genießt gerne in Ruhe die Sonne. Wenn man ihr zu nahe kommt, huscht sie jedoch blitzschnell in Deckung.
Wo lebt die Zauneidechse?
Die Zauneidechse ist eine typische Art der dynamischen Flussauen, besonders im Übergangsbereich zwischen Kiesbänken und Aue. Heute besiedelt sie vor allem vom Menschen gemachte Lebensräume wie Wegränder, Böschungen, Bahntrassen, wenig genutzte Wiesen und Weiden, naturnahe Waldränder, Lichtungen, Felsen oder Abgrabungsflächen.
Auch an den Rändern von Feuchtwiesen und Niedermooren ist sie zu finden. Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen herauskommen und die Vegetation noch niedrig ist, kann man die Zauneidechse beim Sonnenbaden entdecken. Meist hält sie sich jedoch bevorzugt in der Nähe vom nächsten, sicheren Versteck, z. B. Totholzhaufen, auf.
Was macht die Zauneidechse besonders?
Blitzschnell: Flink und wendig ist sie auf der Flucht fast nicht mehr zu sehen, bevor sie sich in ein geschütztes Versteck rettet.
Sonnenanbeterin: Nach der Paarung fördert das Weibchen die Eientwicklung durch ausgiebige Sonnenbäder.
Leben in der Aue
Die natürliche Aue bietet günstige Lebensbedingungen für die Zauneidechse: gerne sonnt sie sich im Kies und nutzt Totholz als Versteck.
Wie erkenne ich eine Zauneidechse?
Beobachtungszeit: März bis Oktober, witterungsabhängig. Zauneidechsen sind tagaktiv und sonnen sich gerne morgens. Bei starker Hitze im Sommer ziehen sie sich zur Mittagszeit zurück und sind nur in der Vegetation aktiv.
Merkmale:
- Größe: In Mitteleuropa meist 15-20 cm
- Farbe: Färbung und Zeichnung variieren stark. Meist mit Rückenmuster aus hellen, unterbrochenen Linien und dunkelbraunen Flecken auf braunem Untergrund. Zur Paarungszeit sind die Männchen auffällig hellgrün gefärbt. Die Unterseite der Männchen ist hellgrün. Die Grundfärbung der Weibchen ist gelbbraun bis graubraun, mit weiß-schwarzen Augenflecken an den Flanken.
- Kopf: Rund und stumpf
- Bewegung: Sehr flink, verschwindet meist schnell, wenn man sich nähert.
Faszinierende Zauneidechsen-Fakten
Die Zauneidechse überwintert in Spalten und Löchern in bis zu 1,5 m Tiefe. Zum Überwintern fällt sie in eine Winterstarre. Ihre Eier legt sie auch gerne in Komposthaufen oder sonnigen Sandhaufen, weshalb man diese zwischen Anfang Juni und Ende September am besten nicht umsetzt, um die Gelege nicht zu zerstören.
Schutz und Gefährdung
Rote Liste Bayern: gefährdet
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie: Anhang IV (streng zu schützende Art)
Quellen:
Amphibien und Reptilien in Bayern. Andrä E., Aßmann O., Dürst T., Hansbauer G., Zahn A. Ulmer Verlag, herausgegeben vom Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e. V. (LARS), vom Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN), vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU). 2019





