Befreit die Moosach!

„Nur tote Fische treiben stets mit dem Strom“

Die „Moos-Ach“ sammelt die Grundwasserbäche der Münchner Ebene und führt sie der Isar zu. Als „Ach“ wurden Gewässer bezeichnet, die sich aus kleineren Quellen und Bächlein nähren. Sie weist stellenweise noch eine gute Wasserqualität und vielfältige Ufervegetation auf. Problematisch sind die Zuflüsse aus den kleinen Gräben des angrenzenden Ackerhügellandes, die stark belastet sind.

Verlauf der Stadtmoosach unter der Oberen Hauptstraße (Foto: M. Gatzka)

Die Moosach ist ein typischer Niederungsbach mit 35 km Länge. Sie entspringt im Münchner Norden und entwässert Teile des Dachauer und Freisinger Mooses. Der Bach durchfließt das Stadtgebiet Freising sowie die Isarauen und mündet schließlich in die mittlere Isar. Der Boden zwischen der Stadtmoosach und den nördlich ansteigenden Hügeln war lange Zeit versumpft. Voraussetzung für die Bebauung der nassen Moosgründe in der heutigen Hauptstraße war deren Trockenlegung. Das Gebiet wurde mit Hilfe eines Kanals entwässert. Dieser „Nierenbach“ (auch Nernbach oder Mernbach genannt) verließ beim heutigen Kriegerdenkmal die Stadtmoosach und mündete beim Heiliggeist-Spital wieder in sie ein. Trotz der umfangreichen Entwässerungsmaßnahmen mussten die dort entstehenden Gebäude lange auf Pfahlwerke gegründet werden. „In der Moosach der oberen Stadt badete man früher die Schweine, gegen welches Saubad der dort wohnende Chorherr Georg Fahner von St. Veit so lange donnerte, bis es 1595 abgeschafft wurde“ (Quelle: Stadtarchiv). Schweine dürfen sich seitdem also nicht mehr in der Stadtmoosach tummeln. Ferkeleien gibt’s aber immer noch: Nicht nur Unrat und Sperrmüll landet im Bachbett, man munkelt auch von „vergessenen“ illegalen Abwassereinleitungen.

Der Verlauf der Moosach mit ihren Verschlingungen und Nebengerinnen wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Der Nierenbach und die Stadtmoosach flossen über Jahrhunderte offen in der Oberen Hauptstraße. Als Löschwasser bei den häufigen Stadtbränden, als Pfuhl für Enten und Gänse, als Waschplatz, Viehtränke und Pferdeschwemme spielten sie eine wichtige Rolle im Leben der Freisinger Bürger. Im 19. Jahrhundert werden beide Stadtbäche zugeschüttet und überdeckelt.

Darf die Stadtmoosach im neuen Jahrtausend endlich wieder frei fließen? Entsprechende Pläne sind längst vorhanden, die Umsetzung lässt weiter auf sich warten.